Im Gespräch mit den Wirten - Jens Spahn auf Sommertour

Unsere Wirte bitten um klare Vorgaben für die Gastronomie - landesweit gleich

14.08.2020 | ck | Gemeinde Legden

Heute Vormittag waren Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, sowie unser Landrat, Dr. Kai Zwicker, in Legden. Im Zuge seiner Sommertour hat Herr Spahn sich hier mit den örtlichen Wirten im Landhotel Hermannshöhe getroffen. Die Wirte haben von ihren Erfahrungen mit der Pandemie berichtet. Belastend für alle ist aktuell die Frage der Haftung, wenn nachweislich der Corona-Virus auf einer Saal-Feierlichkeit übertragen wird. Eine große Bitte haben sie dem Landrat und dem Bundesminister in diesem Zusammenhang auch mit auf den Weg gegeben: Konkrete und klare Vorgaben für die Gastronomie - landesweit gleich. Ich selber bin stolz auf unsere ortsansässigen Wirte und deren Familien, für ihren eisernen Willen, diese Krise zu überstehen. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg!

In der vergangenen Woche besuchte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf seiner Heimattour die Gemeinde Legden. Seitens der CDU Legden-Asbeck hatte Gabi Uppenkamp den Bundesminister eingeladen ins Landhotel Hermannshöhe zum Austausch mit den örtlichen Wirten. Gemeinsam berichteten die Wirte vom unvorbereiteten Lockdown; von gut gefüllten Kühlhäusern und georderten Waren; Alles war vorbereitet für das laufende Geschäft – und dann kam das Nichts. Es gab zunächst keine Möglichkeit, Umsätze zu generieren. Köche, Restaurantfachkräfte, Zimmermädchen etc. wurden notgedrungen in Kurzarbeit geschickt. Gemeinsam mit den Familienangehörigen und ggfs. Auszubildenden versuchte ein jeder den Betrieb über Wasser zu halten. Bernhard Laukötter, Lehrer am Berufskolleg, lobte in diesem Zusammenhang die Zuverlässigkeit und das Engagement der gastronomischen Ausbildungsbetriebe.

Familie Beckhaus berichtete von den eigenen 13 indonesischen Auszubildenden, die in ihre Heimat reisen wollten. Um den jungen Menschen den Heimaturlaub nicht zu nehmen, entschloss man sich vom Landhotel, den Corona-Test bei Rückreise selbst zu tragen. Nun werden die Testkosten bundeseinheitlich übernommen, wofür Andreas Beckhaus sich beim Gesundheitsminister bedankte.

Während der Zeit, in der kein Restaurant geöffnet hatte, entdeckten viele Wirte verstärkt den Außer-Haus-Verkauf für sich. Über die nach und nach erfolgten Lockerungen sind alle froh; einerseits, aber andererseits stellen sie fest, dass die aufwendigen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen nur im Gastronomiebereich gelten, nicht aber im Privaten. Angesichts der steigenden Corona-Erkrankungen beobachten auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Landrat Kai Zwicker die Privatpartys mit wachsender Sorge. Feierlichkeiten werden mehr und mehr im Privatraum auflagenfrei ausgerichtet wohingegen der Gastronom für jede Buchung umfangreiche Vorkehrungen zu treffen hat wie z. B. die Sitzplatzanordnung, die Nachverfolgbarkeit der Gäste, Reinigung der Gläser bei 60°C, Mundschutzpflicht beim Personal. Damit steht der verwaltungsseitige Aufwand für die Wirte in keinem Verhältnis mehr. Obwohl nach aktuellem Stand Feierlichkeiten von bis zu 150 Personen stattfinden dürfen, sorgt man sich, denn belastend für alle ist eine Frage: Wer haftet bei einer Virus-Verbreitung auf einer Feierlichkeit? Was geschieht mit dem Ruf des Hauses? Auf diese existenziellen Fragen haben die Gastronomen noch eine Antwort. Den kommenden ersten Saalveranstaltungen nach dem Lockdown sieht man insgesamt aber freudig entgegen; für alle ein weiterer Schritt in Richtung Normalität.

Eine große Bitte haben sie dem Landrat und dem Bundesgesundheitsminister auch mit auf den Weg gegeben: Konkrete und klare Vorgaben für die Gastronomie - landesweit gleich.